Funk neben WLAN!

Kommentiere gern:

Kann man kleine digitale Datensätze von Sensoren, Zählern oder anderen Messinstrumenten (z.B. für Wasser, Gas, Strom, Wärme) in ländlichen Gebieten ohne auch WLAN kostengünstig übermitteln? Ja, die LoRaWAN-Funktechnik macht´s möglich!

Long Range Wide Area Network steht auf Deutsch für „Weite Reichweite, weites Gebiet Netzwerk“. Mithilfe dieses Funknetzwerks lassen sich zahlreiche Prozesse effizienter gestalten: Ob das schnelle Auffinden defekter Straßenlampen, Fernauslesung von Wasserzählern oder der CO2-Gehalt der Luft in Klassenräumen – mit dem LoRaWAN können Mess- und Schaltvorgänge automatisiert gesteuert sowie Informationen oder Warnhinweise übermittelt werden.

Wie funktioniert das?

Das Funknetz kommuniziert intern durch sogenannte Gateways. Die Gateways funktionieren hierbei als Empfänger UND als Sender. Sie werden als kleine Geräte in der Größe eines Schuhkartons z.B. an Fahnenmasten oder an hohe Gebäude montiert. Die Informationen für die Gateways kommen von Messgeräten (z. B. kleinen Sensoren). Die Sensoren senden ihre Datenpakete an das nächstgelegene Gateway – und von dort geht es von Gateway zu Gateway weiter bis zum Zielempfänger und zurück.

Schier unendlich wird dadurch die Liste möglicher Anwendungsfälle im Rahmen des „Internet der Dinge“ (Internet of Things, kurz IoT). Dort stehen die Daten zur weiteren Verwendung durch die Kommunen, beispielsweise über IoT-Plattformen, bereit. Das Prinzip funktioniert auch in umgekehrter Richtung, also für Steuerungen. LoRaWAN zeichnet sich dabei durch eine extrem hohe Energieeffizienz, die hohe Reichweite, und auch durch sehr hohe Sicherheitsanforderungen aus.

Quelle Graphik: www.swd-ag.de/zukunftsviertel/lorawan/

Für wen?

  • öffentliche Verwaltung mit ihren Informationsdiensten und Monitoring-Aufgaben
  • Versorgungsbetriebe für Wasser, Energie, Abfall etc.
  • Privatwirtschaft z.B. bei der Parkraum-Bewirtschaftung
  • auch für Privatpersonen – z.B. damit Hund / Katze mit Sensor am Halsband dauerhaft auffindbar bleibt

Nutzen

  • regional installiertes Netzwerk unabhängig von Telekommunikationsunternehmen
  • ergänzt siedlungsnahe WLAN-Abdeckung in der Fläche
  • kostengünstige Mess- und Prozessauswertung und -steuerung
  • erleichtert erheblich Ablese- und Kontrollroutinen
  • hohe Sicherheit

Erreichte Ergebnisse

    • regional:
    •  überregional:
      • Landkreis Ludwigsburg: kommunale Versorgungsunternehmen schließen sich zum LoRaWAN-Netzausbau zusammen
      • Landkreis Eisfeld / Gemeinde Martinfeld im Projekt SMARTinfeld: die Gemeinde integriert LoRaWAN umfassend in verschiedenste (kommunalen) Aufgaben

Nächste Schritte

      • Das Amt Süderbrarup testet weitere LoRaWAN-Anwendungen.
      • Für zusätzliche Ämter und Gemeinden im Kreis SL-FL lässt sich LoRaWAN sicher ebenfalls gewinnbringend nutzen.
      • Wenn Dir neben den hier genannten Anwendungsfeldern der LoRaWAN-Technik für Mess- und Steuerungsaufgaben noch weitere Themengebiete einfallen, lass es uns gerne wissen. Nutze dafür gerne das Formular für eigene Projektideen oder kontaktiere das Projektteam.
      • Kommentiere gerne auch hier!

Weitere Information und Unterstützung

Kreis Schleswig-Flensburg

SG Regionalentwicklung
Projektteam „Digitale Region“
digitalstrategie@schleswig-flensburg.de

 

2 Kommentare
  1. Anne Lausen sagte:

    Das Amt Mittelangeln unterstützt gerne eine kreisweite Nutzung dieser genialen Technik. Wir finden die Möglichkeit großartig, beispielsweise die Verbrauchsdaten des Amtes zentral auswerten zu können.

    Dann können zum Beispiel die Wasserzähler der Schulen direkt am PC tagesaktuell überwacht werden, ohne dass der Hausmeister zu jedem Wasserzähler hingeht. Die tägliche Kontrolle ist wichtig, um hohe Verbäuche zu erkennen – sonst könnte ein Rohrbruch lange unentdeckt bleiben.

    Die digitale Auswertung, Abrechnung und Steuerung von Wasser und Energie sind erste Schritte, um LoRaWAN gewinnbringend einzusetzen.

    Antworten
  2. Heinrich Rode - Nucleon e. V. sagte:

    LoRaWAN bietet Lösungen für verschiedenste Anwendungen. Hier mal eine kleine Aufstellung.

    Pegelmessung von Bächen und Flüssen
    Rauchmelder
    Winterdienstmonitoring bei einem Bauhof (Temperatur, Feuchtigkeit und Rest-Streusalzgehalt)
    Feuchtigkeitssensoren, z. B. Für Bäume in 30,60,90 cm Tiefe (die Leitfähigkeit des Bodens wird gemessen – Erde nass, kleiner Widerstand), automatische Bewässerung, wenn Erde trocken

    Energiedatenmanagement

    Füllstandserfassung
    Füllstandsmessung von Behältern (Müllbehälter, Glascontainer überwachen)

    Luftqualitätsmessung (CO2-Gehalt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwachen) in Städten und Räumen
    Wetter- und Klimadatenüberwachung

    Parkraummanagement
    Genauer Überblick über die Auslastung der Parkplätze
    Adaptive Steuerung der Straßenbeleuchtung zur Steigerung der öffentlichen Sicherheit und zur Reduzierung von Energiekosten

    Farming

    Smart Factory – intelligente Fabrik – Industrie 4.0

    Überwachung des Niederspannungsnetzes, zur Sicherung der Netzstabilität für den Ausbau der Elektromobilität
    Stromzähler auslesen

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.