Frühwarnsystem gegen Schlei-Hochwasser.

Die jüngsten Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben gezeigt, dass der Klimwandel vermehrt sogenannte „Jahrhunderthochwasser“ hervorbringt, bei denen viele Menschen sterben und andere um ihr gesamtes Hab und Gut gebracht werden. Im Kreis Ahrweiler gab es z.B. zwei dieser Jahrhunderthochwasser in den letzten 5 Jahren.

Nach derartigen Naturkatastrophen stellt sich häufig heraus, dass die Frühwarnsysteme nicht oder nicht mehr rechtzeitig funktioniert haben.

Auch in Schleswig-Holstein sind wir nicht vor Hochwassern gefeit. Bei uns sorgen neben Sturmfluten und Küstenhochwasser an Nord- und Ostsee auch starker Regen und Gewitter im Binnenland dafür, dass es auch hier öfter folgenreich Flüsse über die Ufer treten. Selbst die Bevölkerung an unserer schönen Schlei ist vermehrt Hochwasserrisiko ausgesetzt. Neben dem Klimawandel und dem dadurch steigenden Meeresspiegel tragen die Überspülungen und Sandabtragungen der letzten Jahren in Schleimünde mit dem Durchbruch der Ostsee zu erhöhter Hochwassergefahr bei. Da das Hochwasser bei Schleswig aber nicht wieder abfliessen kann, steigt das Ostseewasser an den Engstellen der Schlei wesentlich schneller als normal.

Allerdings bietet die digitale Entwicklung des Internet of Things für die regionale Sicherheitslage an unseren Küsten- und Binnengewässern neue Ansätze:

Der Verein Nucleon e. V. hat  das Projekt „Rettet-die-Schlei.de“ ins Leben gerufen und bedient sich dabei moderner digitaler Technologie. Ziel des Projekt ist es, den kommenden Umweltgefahren zeitnah durch ein digitales Warnsystems für die Schlei entgegenzutreten.

Kommentiere gern die im folgende ausgeführte Idee.

Wie funktioniert das?

Zunächst wird vom Verein im Gebiet der gesamten 42 km langen Schlei ein Pegelnetzwerk installiert, mit dem die Schlei-Anrainer in die Lage versetzt werden, schnell auf eventuell drohende Überflutungen zu reagieren. Die zu installierenden Pegel-Messgeräte können auch von Bürgern betrieben werden. Die Pegelsonde kann in etwa 2 – 6 m Höhe über dem Wasser montiert werden und misst dann via Ultraschall ihren eigenen Abstand zur Wasseroberfläche. Für die Datenübertragung im Messnetzwerk nutzen wir das offene LoRaWAN Netzwerk über TheThingsNetwork (TTN) sowie die zur Zeit noch geschlossene Alternative eines privaten Versorgers. Die Stromversorgung für die Messgerät wird für mehrere Jahre über Lithium-Ionen-Akkus gewährleistet. Das Projekt basiert vollständig auf freier Open-Source Soft- und Hardware.

Mit diesem Konzept werden Trends der Wasserspiegelveränderung sichtbar gemacht, die frühe Reaktionen auf kurz- und langfristige Wasserstandsveränderungen ermöglicht > mehr Infos.

Für wen?

  • alle Schleianrainer – Städte, Gemeinden, Bürger*innen
  • öffentlich wie privat

Nutzen

  • Frühwarnsystem mit Trendbeobachtungen
  • besseres Monitoring – Einschätzbarkeit von Ereignisse nimmt zu

Wir wollen mit diesem Projekt keine Konkurrenz zu den amtlichen Warnungen aufbauen, das ist und bleibt Aufgabe der öffentlichen Hand.  Wir können aber unterstützen und die Daten staatlichen Akteuren zur Verfügung stellen.

Wir möchten den Anrainern damit zeigen, dass mit einfachen Mitteln und überschaubaren Kosten eine effektive Trendbetrachtung möglich ist. Das Projekt macht auch deutlich, dass Bürgerbeteiligung und Digitalisierung im Kreis und im Land „Hand in Hand“ gehen sollten, um den besten Nutzen aus den innovativen digitalen Projekten zu erzielen.

Bereits umgesetzte Meilensteine

  • Vereinsgründung
  • Mitgliederwerbung
  • Montage erster Sensoren am Schleiufer

Nächste Schritte

    • Installation eines breiten Netzwerks von Sensorpegeln an der Schlei
    • weiteres Einwerben von Fördermitteln und Spenden.

Da der Verein nur begrenzte Vereinsmittel für dieses Projekt zur Verfügung hat, ist er auf Fördermittel und Unterstützung von Partnern angewiesen.

Mehr Information

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Nucleon e.V.
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